Zahnkomposit oder Kleber: Was ist der Unterschied?
In den sozialen Netzwerken liest man oft von „Kleber für Zahnstrass“. Tatsächlich lautet die korrekte Bezeichnung Zahnkomposit (oder lichthärtendes Komposit). Es handelt sich um dasselbe Material, das Zahnärzte für ästhetische Füllungen und Veneers verwenden.
Der grundlegende Unterschied:
- Zahnkomposit: biokompatibles medizinisches Material, zertifiziert nach CE-zertifiziert (Europäische Verordnung 2017/745), für den Kontakt mit Mundgewebe konzipiert. Härtet unter UV-/LED-Licht aus. Saubere Entfernung ohne Beschädigung des Zahnschmelzes.
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Sekundenkleber / Nagelkleber:
⚠️ GEFÄHRLICH. Cyanacrylat ist nicht für den Gebrauch im Mundbereich vorgesehen. Risiken: Reizung der Schleimhäute, allergische Reaktionen, Schäden am Zahnschmelz beim Entfernen, Verschlucken giftiger Substanzen. Verwenden Sie niemals Sekundenkleber oder Nagelkleber zum Anbringen von Zahnstrass.
Auch aus diesem Grund ist eine professionelle Ausbildung mit dem richtigen Material unerlässlich: Sie bewahrt Sie vor Fehlern, die Ihre Kunden und Ihren Ruf teuer zu stehen kommen können.
Welche Produkte werden zum Aufkleben eines Zahnstrasssteins verwendet?
Beim Anbringen eines Zahnstrasssteins kommen 2–4 verschiedene Produkte zum Einsatz, von denen jedes eine bestimmte Funktion erfüllt. Hier die Übersicht:
- Produkt | Funktion | Anwendung
- Säure/Ätzmittel | Erzeugt Mikrorauheiten auf dem Zahnschmelz, um die Haftung zu verbessern | Wird 15 bis 20 Sekunden lang auf den Zahn aufgetragen
- Primer / Bonding | Bindemittel zwischen dem präparierten Zahnschmelz und dem Komposit | In einer dünnen Schicht aufgetragen
- Komposit (Kunstharz) | Hält den Strassstein am Zahn fest | Eine kleine Menge wird auf den Strassstein oder den Zahn aufgetragen
- UV-/LED-Lampe | Härtet (polymerisiert) das Komposit und den Primer aus | 20 bis 25 Sekunden pro Polymerisationsschritt und je nach Winkel des Schmuckstücks
Diese 2–4 Produkte wirken zusammen – das Überspringen eines Schritts (insbesondere des Ätzens oder des Primers) beeinträchtigt den Halt des Strasssteins. Das ist der häufigste Fehler von Anfängern, die nicht richtig geschult wurden.
Alle diese Produkte sind im professionellen Applikationsset enthalten und wurden aufgrund ihrer Kompatibilität und ihrer medizinischen Qualität ausgewählt.
Wie erkennt man ein Komposit in Profiqualität?
Nicht alle Komposite sind gleich. Hier sind die Kriterien, die Sie vor dem Kauf prüfen sollten:
- Obligatorische CE-Zertifizierung: Das Komposit muss der Europäischen Verordnung 2017/745 über Medizinprodukte entsprechen. Achten Sie auf die CE-Kennzeichnung auf der Verpackung.
- Biokompatibilität: Bevorzugen Sie Verbundwerkstoffe ohne BPA (Bisphenol A) oder solche, die als BPA-frei zertifiziert sind. Die ECHA (Europäische Chemikalienagentur) stuft BPA als bedenklichen Stoff ein.
- Geeignete Viskosität: Für das Aufbringen von Strasssteinen ist ein flowables (flüssiges) Komposit ideal, da es sich dünn verteilen lässt und Überschüsse vermeidet. Packable (kompakte) Komposite werden eher für Zahnfüllungen verwendet.
- Haltbarkeit: Überprüfen Sie das Verfallsdatum. Ein abgelaufenes Komposit härtet schlecht aus und bietet eine mäßige Haltbarkeit. Bewahren Sie es lichtgeschützt und bei Raumtemperatur auf.
- Kompatibilität mit Ihrer Lampe: Bestimmte Komposite erfordern eine bestimmte Wellenlänge (in der Regel 385–405 nm). Vergewissern Sie sich, dass Ihre UV-/LED-Lampe kompatibel ist.
Welche Fehler sollten Sie bei der Verwendung von Zahn-Strass-Komposit vermeiden?
Hier sind die fünf häufigsten Fehler, die wir bei ungeübten Anfängern beobachten:
- Die Verwendung von Sekundenkleber oder Nagelkleber: Man kann es nicht oft genug wiederholen – das ist gesundheitsschädlich und hält nicht. Investieren Sie in echtes Zahnkomposit.
- Den Ätzschritt überspringen: Ohne Ätzen ist die Haftung des Komposits auf dem Zahnschmelz sehr gering. Das Ergebnis: Der Strass fällt innerhalb weniger Tage ab. Das Ätzen ist die Grundlage für die gesamte Anbringung.
- Den Primer vergessen: derselbe Fehler, dieselbe Folge. Der Primer bildet die Verbindung zwischen Zahnschmelz und Komposit – ohne ihn sinkt die Haftung um 60 bis 80 % (Quelle: PubMed, Studien zur Zahnadhäsion).
- Zu kurze Aushärtungszeit: Wenn Sie die UV-Lampe nicht lange genug anwenden (mindestens 20–25 Sekunden pro Winkel und Schritt), härtet das Komposit nicht vollständig aus. Es bleibt im Inneren weich und der Strass löst sich ab.
- Zu viel Komposit: Überschüssiges Komposit quillt um den Strassstein herum hervor und führt zu einem unästhetischen Ergebnis sowie zu einer geringeren Retention. Die richtige Menge ist winzig – gerade so viel, dass der Kristall gehalten wird.
Genau um diese Fehler zu vermeiden, macht eine professionelle Ausbildung im Bereich Zahnstrass den entscheidenden Unterschied. Dort lernt man die richtigen Handgriffe, die richtigen Mengen und die richtigen Zeitabstände.
Wie lange hält ein mit Zahnkomposit geklebter Strass?
Ein korrekt mit professionellem Komposit befestigter Strass hält zwischen 4–6 Monaten und über 1 Jahr. Mehrere Faktoren beeinflussen die Haltbarkeit:
- Die Qualität der Ätzung und des Primers: Eine sorgfältige Vorbereitung des Zahnschmelzes ist der wichtigste Faktor für die Haltbarkeit.
- Die Art des verwendeten Komposits: Ein medizinisches Komposit mit CE-Zertifizierung hält deutlich länger als ein Produkt der unteren Preisklasse.
- Die Gewohnheiten des Patienten: häufiges Knabbern an harten Lebensmitteln, aggressives Zähneputzen oder der regelmäßige Verzehr sehr saurer Lebensmittel sowie zu saurer Speichel können die Haltbarkeit beeinträchtigen.
- Die Position der Strasssteine und Designs: Die Frontzähne (Schneidezähne, obere Eckzähne) sind weniger mechanischen Belastungen ausgesetzt als die Prämolaren.
Ein gut ausgebildeter Anbringer, der professionelles Material verwendet, erreicht regelmäßig eine Haltbarkeit von 4–6 Monaten und mehr. Das macht den Unterschied zwischen einem Amateur und einem Profi aus – und genau das erwarten Ihre Kunden. Alle Details zu diesem Beruf finden Sie in unserem umfassenden Leitfaden für angehende Strass-Anwender.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Zahnstrass-Kleber
Kann man Zahnstrass selbst aufkleben?
Technisch gesehen ja, vorausgesetzt, man verwendet die richtigen Produkte (Zahnkomposit usw., keinen Sekundenkleber) und beherrscht die Technik. Wir empfehlen dennoch, eine Schulung zu absolvieren, um häufige Fehler zu vermeiden und ein dauerhaftes Ergebnis zu gewährleisten.
Beschädigt der Kleber für Zahnstrass den Zahnschmelz?
Nein, wenn Sie professionelles, CE-zertifiziertes Zahnkomposit verwenden. Das Verfahren ist nicht-invasiv und reversibel: Beim Entfernen kehrt der Zahnschmelz in seinen ursprünglichen Zustand zurück. Superkleber hingegen kann den Zahnschmelz beim Entfernen tatsächlich beschädigen.
Wie entfernt man einen mit Komposit geklebten Strassstein?
Die Entfernung erfolgt mit einem Zahnbohrer oder einem rotierenden Instrument mit niedriger Drehzahl, das das Komposit entfernt, ohne den Zahnschmelz zu berühren. Diese Technik muss von einem Zahnarzt durchgeführt werden. Versuchen Sie niemals, einen Strassstein mit der Hand oder einer Zange abzureißen – Sie könnten dabei ein Stück Zahnschmelz mit abreißen.
Wo kann man professionelles Zahnkomposit kaufen?
Bei bieten wir CE-zertifiziertes Komposit in medizinischer Qualität an, das speziell auf die Kompatibilität mit unserer Applikationstechnik ausgewählt wurde. Sie können es einzeln oder als Teil des kompletten Applikationssets erwerben.
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